Im hohen Alter gut bei Kräften

Mangelernährung stellt ein Risiko für den Gesundheitszustand dar. Im höheren Alter tritt sie bis zu fünfmal häufiger auf als bei unter 30-Jährigen: Schätzungen von Experten besagen, dass in der Altersgruppe 60 + etwa jeder Zwölfte unter einem langwierig bestehenden mangelhaften Ernährungszustand leidet.

 

Verschiedenste Faktoren haben Einfluss auf den Ernährungszustand älterer Menschen:

- Krankheiten: Der ältere Mensch weist meist mehrere Erkrankungen auf. Spitalsaufenthalte und Operationen beeinflussen oft den Ernährungszustand negativ.

- Ernährungsverhalten: Ältere Menschen haben oft eine sehr einseitige Ernährung oder passen die Ernährung nicht an die veränderten Bedürfnisse an.

- Gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren: Einsamkeit, Isolation, Armut und eine unbefriedigende Wohn- sowie Essenssituation können den Ernährungszustand negativ beeinträchtigen.

- Körperlich, geistige und psychische Beeinträchtigung: Bewegungseinschränkungen, Immobilität, Kau- und Schluckbeschwerden, Vergesslichkeit, Verwirrtheit und traurige Verstimmungen üben Einfluss auf die tägliche Ernährung aus.

- Medikamenteneffekte: Ältere Menschen konsumieren häufig verschiedene Medikamente, die zu Ernährungsdefiziten beitragen können. Veränderungen beim Appetit, Geschmacks- und Geruchssinn, Übelkeit und Erbrechen zählen oft zu den Nebenwirkungen von Medikamenten

 

Außerdem kann das Risiko für Mangelernährung durch physiologische Veränderungen des alternden Körpers wesentlich erhöht werden:

- Die Körperzusammensetzung verändert sich: Der Körperfettanteil nimmt zu, der Anteil der fettfreien Körpermasse (Muskel- und allgemeine Zellmasse) nimmt ab - im höheren Alter wird nahezu die Hälfte der Muskelmasse abgebaut! Ältere Menschen können Phasen erhöhter bzw. erniedrigter Nahrungsaufnahme weniger gut ausgleichen als jüngere; eine zeitweise Über- bzw. Unterernährung wird im Alter nicht wieder kompensiert.

- Der Wassergehalt im Körper nimmt deutlich ab (von 60 % in jungen Jahren auf 45-50 % im Alter) dadurch wird die Anfälligkeit für Störungen im Wasserhaushalt erhöht.

- Magen-Darm-Trakt: Die Magensäureproduktion kann im Alter verringert sein - ein Mangel wirkt sich negativ auf die Verwertung von Kalzium, Eisen und Vitamin B12 im Körper aus. Des Weiteren ist das Risiko für Verstopfung erhöht.

- Regulation der Nahrungsaufnahme: Geschmack und Geruch spielen eine Schlüsselrolle für den Appetit, die Geschmacksknospen (v.a. süß und salzig) nehmen im Alter jedoch ab. Durch ein verringertes Geschmacksempfinden, fehlenden Appetit und der gestiegenen Häufigkeit an Kau- und Schluckbeschwerden kann die Nahrungsaufnahme im Alter verändert bzw. verringert sein.

- Das Durstempfinden ist im Alter selbst bei gesunden Senioren deutlich reduziert.

- Immunsystem: Aufgrund verringerter Reserven kann weniger gut auf metabolischen Stress (Belastung des Stoffwechsels durch z.B. Verletzungen oder Krankheiten; dies hat negativen Einfluss auf das Immunsystem) reagiert werden.

- Die Fähigkeit der Niere zur Aktivierung von Vitamin D zur aktiven Hormonform sinkt, außerdem verringert sich die Vitamin-D-Syntheseleistung der Haut um bis zu 80 %. Die Folge ist ein Vitamin-D-Mangel, der häufig durch die Einnahme von Vitamin-D-Supplementen ausgeglichen werden muss.



Abbildung 1: Teufelskreis der Mangelernährung im Alter (Avoxa - Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH, 2018)

Aus diesen oben genannten Gründen kann es leicht zu einem Teufelskreis kommen,der oft nur schwer wieder zu durchbrechen ist. Eine altersbedingte Veränderung der Lebenssituation wirkt sich häufig negativ auf den Appetit, den Einkauf, die Zubereitung und Nahrungsaufnahme aus. Kommt noch eine Krankheit hinzu, werden Appetit und Nahrungsaufnahme zusätzlich beeinträchtigt. Die Bedarfsdeckung mit Energie und Nährstoffen ist oft nicht mehr gesichert, der Ernährungszustand verschlechtert sich. Ein schlechter Ernährungszustand führt zu einer beeinträchtigten Krankheitsgenesung; die Anfälligkeit für weitere Krankheiten steigt.


Durch eine Verbesserung des Ernährungszustandes kann dieser Teufelskreis früh durchbrochen oder sogar verhindert werden!  Immerhin trägt ein guter Ernährungszustand vor allem zu einer besseren Lebensqualität bei.

 





Erhebung des Ernährungszustands

Für die Erhebung des Ernährungszustands und damit der möglichen Aufdeckung einer Mangelernährung sind die Parameter von Körpergröße und Körpergewicht wichtig. Aus diesen Daten kann dann der Body-Mass-Index (BMI) berechnet werden, der einen Hinweis auf eine mögliche Mangelernährung geben kann. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

 

Analysieren Sie die Ernährungssituation anhand folgender Fragen:

- Liegt Appetitlosigkeit vor?

- Besteht ein eingeschränkter Verdauungs- oder Resorptionsprozess?

- Gibt es eine eingeschränkte Kau- oder Schluckfähigkeit?

- Besteht wenig bis kein Hunger- und Durstgefühl?

- Werden kleinere Portionen als gewohnt gegessen?

- Ist der BMI (Body-Maß-Index) < 19?

- Bestand ungewollter Gewichtsverlust? (> 5 % des Körpergewichts in 3 Monaten oder 10 % des Körpergewichts in 6 Monaten)

 

Sollte mehr als einer der oben genannten Punkte mit „Ja“ beantwortet werden, sollte unbedingt eine Ernährungsberatung erfolgen!

Auch die Erhebung der Ess- und vor allem auch der Trinkmenge mit Protokollen stellt eine gute Möglichkeit dar, einen Überblick über die Nährstoffversorgung und damit den Ernährungszustand zu erhalten.

 

Energie- und Nährstoffbedarf

- Aufgrund der Abnahme der Muskelmasse im höheren Alter nimmt der Grundumsatz ab, meist auch die körperliche Aktivität. Darum sollte die Energiezufuhr angepasst, also zumeist reduziert werden, der Nährstoffbedarf ist gleichbleibend bzw. erhöht (z.B. Vitamin D). Dies bedeutet, dass verstärkt Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte ausgewählt werden müssen.

- Da die Neubildung von körpereigenem Eiweiß im Alter deutlich abnimmt, sollte die tägliche Eiweißzufuhr ab 65 Jahren mindestens 1,0 g– 1,2 g/kg Körpergewicht betragen, aufgeteilt auf 3 Mahlzeiten.

- Kritische Nährstoffe im Alter sind neben dem Eiweiß vor allem

Kalzium (1000 mg/Tag),

Vitamin D (20 μg/Tag) und C (100 mg/Tag),

aber auch Ballaststoffe (30mg/Tag) und

Flüssigkeit (30-45 ml/kg KG/Tag; 2/3 sollen durch Getränke, 1/3 durch Nahrung gedeckt werden).

 

Ernährungstipps für eine ausreichende Nährstoffversorgung im Alter

- Regelmäßige Haupt- und Zwischenmahlzeiten einplanen – 1 - 2 Packungen allin® one EIWEISS Trinknahrung täglich als Zwischen- und Spätmahlzeit versorgen mit wertvollem Eiweiß und wichtigen 13 Vitaminen und 14 Mineralstoffen;

- Kalorien- und eiweißreiche, kleine Portionen über den Tag verteilt, mit allin® pure PROTEIN Pulver angereicherte Cremesuppen, gebundenes Gemüse, Pürees und Saucen, kalorienreiche Cremen, süße Speisen;

- Mehrmals täglich hochwertige Proteinquellen (Milchprodukte, Fleisch, Eier, Fisch, Trink- und Zusatznahrungen wie allin® one und allin® light);

- Tipp: fruchtige Trinknahrungen können mit Tafelwasser verdünnt zu einem isotonen bzw. leicht hypotonen Getränk verdünnt werden; so wird dem Körper neben den Elektrolyten und der Energie auch Eiweiß zugeführt; besonders wertvoll bei heißen Temperaturen oder Durchfällen; Zubereitung: 200 ml allin® one EIWEISS Trinknahrung auf Fruchtsaft-Joghurt-Basis + 400 ml Tafelwasser ODER 200 ml allin® light PROTEIN Water + 100 ml Tafelwasser;

- Nährstoffschonende Zubereitung der Speisen;

- Schmackhafte Zubereitung mit vielen Gewürzen und frischen Kräutern, da bei der Abnahme des Geschmackssinns alle fünf Geschmacksqualitäten betroffen sind;

- Tägliche Aufenthalte im Freien und körperliche Aktivität;

- Zum gezielten Aufbau und Erhalt der Muskulatur morgens und abends je eine Portion (à 10g) allin® pro MUSKEL PROTEIN Pulver in ihren Alltag einbauen.

 

 

Die optimale Lebensmittelauswahl

Eine bedarfsdeckende, gesunde Ernährung sollte täglich folgende Lebensmittel beinhalten:

-  1 warme Mahlzeit

-  1 - 2 Portionen Obst

-  1 Portion Rohkost

-  1 Portion Salat

-  1 Glas Mich, Joghurt, Buttermilch,…

-  Topfen oder Käse

-  1 Scheibe Vollkornbrot

-  1,5 - 2 l Flüssigkeit (Wasser, Tee, Mineralwasser, mit Wasser verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, Suppe)

-  mehrmals pro Woche Fleisch, Fisch, Eier

 


Rezepte mit allin®

Die folgenden Rezeptideen für ein nährstoffreiches und ausgewogenes Menü gelingen schnell und einfach. Direkt herunterladen oder ausdrucken!

allin Rezept Cremesuppenbasis

allin Rezept Seelachs mit Kartoffelpüree

allin Rezept Heiße Liebe mit Himbeeren

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Quellen:

[1] Kreuter, M., Sterzinger, M. Mangelhafter Ernährungszustand im Alter. VFED aktuell 136, 2013.

[2] Volkert, D.: Ernährung im Alter. In: Biesalski, H. et al. (Hrsg.) Ernährungsmedizin. Georg Thieme Verlag. Stuttgart: 2010.

[3] Avoxa - Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH: Ernährung für Senioren: In hohem Alter gut bei Kräften, 2006. Im WWW unter URL.: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/images/Titel/titel0603gr02.JPG. Zugriff am 30.3.2018

[4] Zürcher, G., Fassl-Garbani, E.: Geriatrische Malnutrition. In: Ledochowski, M. (Hrsg.): Klinische Ernährungsmedizin. Springer Verlag. Wien. 2010. S. 949-960

[5] DACH (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 3. Auflage. Umschau Braus GmbH. Frankfurt am Main: 2017.

[6] Schlierf, G., Volkert, D.: Ernährung im Alter. In: Schauder, P., Ollenschläger, G. (Hrsg.): Ernährungsmedizin – Prävention und Therapie. S.367-S. 374.

                                                   

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Teufelskreis der Mangelernährung im Alter, Avoxa - Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH, 2006. Quelle: Im WWW unter Url.: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/images/Titel/titel0603gr02.JPG. Zugriff am 30.3.2018